Update: Warnung vor unseriösen Twitter-Werbern

Januar 11, 2010 No Comments

In letzter Zeit sieht man bei Twitter öfter Werbung des Anbieters magpie

Hier kann man angeblich mit seinem Twitter-Account Geld verdienen. Die Liste der Werbepartner reicht laut Aussagen des Dienstleisters von Adidas bis hin zu kleinen Agenturen.
Die Einrichtung ist denkbar einfach: man verbindet seinen Twitter-Account einfach mit dem Magpie-API und stellt die Anzahl der Tweets ein, nach denen eine “Werbeunterbrechung” erfolgen soll.


Das funktioniert technisch auch einwandfrei, so dass wir für einen unserer betreuten Tweets www.twitter.com/mecberlin auch einige Wochen mit gearbeitet haben.

Kurz vor der Erreichung der Auszahlungsgrenze von 30 Euro jedoch erhielten wir im Dezember 2009 eine eMail:

Hallo xxxx,

wir haben festgestellt, dass sehr viele der Tweets in deinem Twitter-Account @mecberlin automatisch, d.h. durch die Einbindung von RSS Feeds, o.ä. getwittert werden.

Automatisierte Tweets und künstliche Aktivität stellen eine Verletzung unserer AGB dar. Bitte lies unsere AGB noch einmal und sei dir sicher, dass du alle Einzelheiten verstanden hast:

http://be-a-magpie.com/twitterer/nutzungsbedingungen

Wir prüfen alle Magpie-Accounts regelmäßig und stellen sicher, dass unsere AGB eingehalten werden. Wir finden das unseren Advertisern gegenüber nur fair — schließlich sind sie es, die für die ganzen Magpie-Tweets bezahlen, die du bekommst. Da wir sowohl gegenüber Twitterern als auch Advertisern eine Verantwortung tragen, müssen sich alle Teilnehmer an die Spielregeln halten.

WIR HABEN DEINEN ACCOUNT VORÜBERGEHEND GESPERRT.

Was passiert jetzt? Wir erwarten von dir, dass du die Anzahl der automatisierten Tweets drastisch reduzierst. Ab und zu einen Beitrag aus deinem eigenen Blog zu posten ist kein Problem. Du kannst aber nicht deine ganze Twitter-Aktivität aus anderen Quellen speisen. Wir werden deinen Account jetzt überwachen und prüfen, ob du die automatisierten Tweets reduzierst. In 4 Wochen werden wir dich erneut kontaktieren und — vorausgesetzt, du verstößt nicht mehr gegen unsere AGB — deinen Account wieder freigeben. Andernfalls wird dein Account gelöscht. In diesem Fall verfällt sämtliches bis dahin angesammeltes Guthaben.

Gemäß unseren AGB hast du ab sofort 4 Wochen Zeit, Einspruch gegen die Sperrung deines Accounts einzulegen, den Vorfall zu erklären und nachzuweisen, dass du nicht gegen unsere AGB verstoßen hast.

Vielen Dank und freundliche Grüße

das Magpie Support-Team

——————————
Magpie & Friends Ltd.
Dies ist eine automatisierte E-Mail. Bitte antworte auf diese E-Mail nur, um uns bezüglich der Sperrung deines Accounts zu kontaktieren. Bitte besuche http://be-a-magpie.com/contact um uns bezüglich aller anderer Fragen zu kontaktieren.


OK, dachten wir uns. Da wird wohl das Anti-Fraud-System etwas zu genau eingestellt sein. Also schrieben wir auch gleich eine e-Mail an den Support.
Eigentlich sollte ja bei solchen Mißverständnissen ein menschlicher Support helfen.

Falsch gedacht, einige Wochen später erhielten wir dann diese Mail:


Hallo MEC GmbH,

wir mussten deinen Magpie-Account löschen. Gemäß unseren AGB bist du damit von der Verwendung von Magpie ausgeschlossen. Eventuell bestehendes Guthaben verfällt.

Begründung: TERMINATED BY MAGPIE: Many of your tweets were posted in an automated manner, e.g. by aggregating RSS feeds.

Unsere AGB findest du hier:

http://be-a-magpie.com/twitterer/nutzungsbedingungen

Mit freundlichen Grüßen

das Magpie Support-Team

Super! Die Weltfirma Magpie & Friends Ltd. Kann also wohl nicht auszahlen. Kein Problem: wir stellen einfach eine Rechnung und bringen diese den Kollegen in der Boxhagener Straße in Berlin-Friedrichshain doch mal persönlich rum. Wir erwarten natürlich auch eine Stellungnahme der “CEOs” Jan Schulz-Hofen und Boris Ruf. Vielleicht erhalten wir diesmal eine “persönliche” Antwort.

Unser Tipp:

Vorerst die Finger weg von Werbern, die mit einer englischen Briefkastenfirma hausieren gehen.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen warnt übrigens noch vor einigen anderen Unternehmen im Internet – die komplette Liste gibt es hier.

http://www.vzbv.de/mediapics/kostenfallen_im_internet.pdf

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